Der Kulturkessel – Die KarLi

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Bunt und laut, die KarLi kennt keine Uhrzeit, doch heute scheint noch alles zu schlafen, sich zu erholen vom gestrigen Tag. Genau hier wohnt Sofia, mitten im Kulturkessel, zwischen Cannabisgeruch und Indie-Veranstaltungen. Der beste Ort für einen Studenten. Mit einem Lächeln sind meine Gedanken beendet, Sofia wäre gleich wieder an die Decke gegangen. Sobald ich Studenten mit Klischees behafte, bewirft sie mich mit völligem Unverständnis. Wie ich denn nur so denken könnte und ich müsste es doch besser wissen. Leider erkennt sie Sarkasmus auch dann nicht, wenn er ihr auf die Füße fällt. Für mich ist es pure Unterhaltung.“

Quelle: Manuskript – „Die Hand – Gabe der Generationen“

Ein Weg der aus Leipzig führt, eine Reise auf der Connewitzer Chausee nach Alt-Connewitz zur Vergangenheit. Mit dem Schritt durch das Peterstor in der Südvorstadt, fällt der Blick auf die Zeitzer Strasse in eine veränderte Welt. Die Wanderung entlang der Südstraße stadtauswärts, erinnert an vergessene Tage als Truppen in Leipzigs Herz marschierten. Eine Verbindung die durch viele Namen geprägt wurde, eine Verbindung die in der Geschichte Leipzigs eine tragende Rolle spielt. Heute ist sie die wohl bekannteste Straße der Messestadt und mit dem sympathischen Namen KarLi versehen, die Karl-Liebknecht Straße. Ein Ort der Tradition, Alternative und Moderne zugleich ist. Ein Spiegel der Leipziger Kultur auf zweieinhalb Kilometer. Galt sie früher noch als wichtige Verbindungsstraße, ist sie heute eine Unterhaltungszone die alle Facetten des modernen Großstadtlebens widerspiegelt, gleichzeitig ist sie allen Leipzigern als Kneipenmeile wohlbekannt. Geweckt vom allmorgendlichen Rauschen der Straßenbahnen, erlebt man den Tag im bunten Treiben. Geführt vom abendlichen Beben der Bars und Restaurants, erlebt man die Nacht in farbenfrohen Klängen. Hier leben Studenten, hier wohnen Leipziger, hier feiert die Welt.

Autor: Mathias Kaak

Fotograf KarLi: Thomas Schmidt