Ein Freiheitssymbol – Die Gedächtniskirche

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1813. Oktober. Leipzig. Ein Datum, das diese Stadt geprägt hat, ein Monat, in dem Zusammenhalt, Stärke und Treue auf die Probe gestellt wurden. Ein Jahr, das viele Opfer zu beklagen hat, Menschen, die für die Befreiung Deutschlands gegen Napoleon kämpften und ihre Leben zum Schutz für Viele gaben. Ein Monat der Völkerschlacht.

Leipzigs Wege werden von Erinnerungen an diese unvergessene Zeit gesäumt, mit Büchern und Plätzen, mit Gebäuden und Schätzen. Unter ihnen ein Ort, so golden und weiß, der träumend verweist, mahnend emporsteigt, den Finger hebt und in die Unendlichkeit deutet.

Wladimir Alexandrowitsch Pokrowski hat einen Ort erschaffen, dessen Architektur an die Zeit der Zaren erinnert und gleichbedeutend für ein Volk steht, das seinen Freunden gegenüber Mut und Ehre bewiesen hat: die russisch-orthodoxe, St. –Alexi-Gedächtniskirche zur Russischen Ehre. Durch offene Spendentaschen und dem Glauben an die Gemeinschaft wurde ein Denkmal erschaffen, das alle Blicke auf sich zieht, bei Tag und bei Nacht ein Wegweiser ist. Mit einer Zwiebelkuppel in Gold getränkt, trägt das Skelett den Turm zum Himmel und schafft eine Brücke der Erinnerungen an 22.000 russische Soldaten, die ihr Leben für die Freiheit gaben. Angezogen vom äußeren Glanz sind diese prunkvollen Hallen offen für jeden, der Hoffnung sucht und im alltäglichen Lärm die Stille vermisst. Entlang der marmorierten Säulen und goldfarbenen Bögen, vorbei an den farbenfrohen Wänden und Teppichen, empfangen 78 Ikonen auf bunten Tafeln die Gebete. Als Gedächtniskirche erbaut, als Weltkulturerbe geschützt. Unverkennbar, auf einer Linie zum Völkerschlachtdenkmal. Unvergleichlich, am Horizont des Betrachters. Einmalig schön, auf zwei Straßen im Süden, thront seit 1000 Jahren dieses Symbol der Freiheit.

Autor: Mathias Kaak

Foto: Thomas Schmidt Photography