Fitness Blog #10: Low Carb, intermittierendes Fasten oder Paleo?

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„Die Welt ist in einem Fitness- und Ernährungswahn“ könnte man meinen wenn man aktuell in den Medien unterwegs ist. In jeder Zeitschrift, auf zahlreichen Websites oder im TV findet man Tag für Tag zahlreiche neue Informationen über diverse Fitness Trends, Ernährungsmythen oder den doch noch besseren Weg für die schnelle Strandfigur. Aktuell werden wir von Informationen überschüttet und keiner blickt mehr durch. Soll ich Fasten oder darf es doch ein bisschen mehr Paleo sein in den nächsten Wochen? Doch warum hat diese Informationsflut so zugenommen?

In den letzten Jahren hat sich unsere Ernährung grundlegend verändert. Während wir vor etwa 100 Jahren noch gezwungen waren regionale unverarbeitete Produkte zu essen haben wir heute das Glück oder eben Unglück dass es überall nahezu immer alle Produkte aus der großen weiten Welt zu kaufen gibt. Und auch falls es irgendein Produkt saisonal gerade nicht gibt kann es industriell nachgearbeitet werden. Überall und zu jeder Zeit alles kaufen zu können schien für uns Menschen vor einigen Jahren noch ein großer Segen zu sein. In letzter Zeit entwickelten sich aus diesem Überangebot an Nahrung allerdings mehr und mehr Probleme. Adipositas (Fettleibigkeit), Herzkreislauferkrankungen, Intoleranzen, Diabetes und Co. sind aktuell keine seltenen Erkrankungen mehr und stellen die Folge unserer aktuellen Ernährung dar. Diese gesundheitlichen Folgen sind es welche uns mehr und mehr zum Umdenken bewegen.

Die Fitnessstudios füllen sich, der Weg zum Bio Markt liegt im Trend und nahezu jeder möchte sich gesünder ernähren. Ständig entstehen neue Ernährungstrends. Wichtig ist eins: Alle diese Trends verfolgen das gleiche Ziel – Back to the roots! Was wir damit meinen? Egal ob Paleo, Low Carb, No Carb oder intermittierendes Fasten es geht immer darum möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen, das Bewusstsein für das Essen zu fördern und der Ernährung mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die übermäßigen „leeren“ Kohlenhydrate zu reduzieren und den Körperfettanteil zu reduzieren. Möglichst saisonale, regionale Produkte verwenden welche im besten Falle ohne die chemische Keule den Weg zum Verbraucher gefunden haben ist in unserer Ernährung wohl der wichtigste Punkt. Nur diese Lebensmittel verfügen über genügend Mikronährstoffe und können unseren Körper damit optimal versorgen. Interessant ist, dass wir diese Lebensmittel viel mehr genießen als den schnellen Burger to go. Essen ständig und mal schnell zwischendurch ist für uns oft normal aber eigentlich brandgefährlich. Wir verlieren dabei zunehmend das Bewusstsein darüber, was Essen eigentlich für ein kostbares Gut darstellt! Nimm Dir also Zeit zum Essen, genieße es und werde dir bewusst was und wie viel du wann eigentlich ist!

Auch ein wichtiges Thema ist dass wir zu viel Lebensmittel zu uns nehmen welche für unseren Körper eigentlich nicht verwertbar sind und keine für uns relevanten Nährstoffe liefern. Ein gutes Beispiel dafür sind die sogenannten „leeren“ Kohlenhydrate. Dazu zählt beispielsweise Raffinadezucker oder auch Weißmehl aus dem Discounter. Beides sind Einfachzucker, liefern uns kurzzeitig viel Energie und lassen unseren Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe schießen. Allerdings enthalten beide Produkte durch ihre Verarbeitung kaum weitere wichtige Nährstoffe. Dies bedeutet wir essen eigentlich reinen Zucker der unserem Körper aber keine weiteren Mikronähstoffe liefern kann. „ Leere Kohlenhydrate“ sind demzufolge nährstoffleere Produkte die sich aber schnell und günstig produzieren lassen. Bewegst du dich in den nächsten Stunden nicht intensiv wirst du noch lange etwas von diesen schnellen Kohlenhydraten haben. Die überschüssige Energie wird im Körper zu Fett umgewandelt und für „schlechte Zeiten“ abgespeichert. Möchtest du gerne deinen Körperfettanteil reduzieren dann reduziere auch deine Kohlenhydratzufuhr und greife wenn dann auf Vollkornprodukte zurück. Diese lassen den Blutzuckerspiegel nicht so rasant steigen, liefern dir mehr als nur ein Zuckermolekül und sorgen damit für mehr Leistungsfähigkeit. Low oder No Carb sind Food Trends welche besonders auf die zu hohe Zufuhr an Kohlenhydraten angelegt sind.

Was auch oftmals vergessen wird ist das ein Hungergefühl alles andere als schädlich für unseren Körper ist. Die Speicher einmal leer gemacht zu haben und vielleicht auch über ein paar Stunden nicht aufzufüllen ist für unseren Stoffwechsel sehr wichtig. In dieser Zeit kann sich nämlich unser Verdauungssystem erholen, die Mitochondrien haben Zeit sich zu regenerieren und unser Körper trainiert den Fettstoffwechsel. Im Intermittierenden Fasten geht es genau um dieses Thema. Wir müssen unserem Körper nicht alle drei bis vier Stunden Nahrung zuführen. Unser Organismus ist eigentlich auf längere Essenspause programmiert.

Du siehst über das Thema Ernährung könnte man aktuell schreiben, schreiben, schreiben,… Das Wichtigste ist dabei auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören, denn jeder Stoffwechsel funktioniert sehr individuell. Halt dich an natürliche, saisonale und regionale Produkte, die dich mit wichtigen Nährstoffen versorgen und verzichte mal bewusst auf die „leeren Kohlenhydrate“. Wenn du das für dich in den Alltag integrierst, wirst du merken wie es deinem Körper gut tut und damit findet sich der für dich richtige Ernährungsweg von ganz allein. Viel Spaß beim Genießen wünschen

Susi und Sarah