Fitness Blog #12: Der Muskel wächst in der Pause!

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„Go hard or go home”, “hard work pays off”, “No pain no gain“, … – all das sind Formulierungen, die jedem, der aktiv ist und sich mehr oder weniger ambitioniert sportlich betätigt, wahrscheinlich sehr bekannt vorkommen. Doch auch wenn an allen diesen Wendungen ohne Frage etwas dran ist, beschreiben sie doch einen Trend, der momentan nicht nur im Sport, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen sehr präsent zu sein scheint: Höher, schneller, weiter. Noch mehr Einsatz, noch mehr Leistung, und im Endeffekt: noch mehr Gnadenlosigkeit gegen uns selbst. 

Leistung und Erholung sind wie Tag und Nacht

Dass Leistung und Regeneration gegenseitig bedingen, und dass eines genauso wichtig ist, wie das andere, hat jeder von der Theorie her verstanden. Doch Theorie und Praxis liegen bei den meisten Menschen leider meilenweit auseinander. Wie oft kommt es vor, dass die Nacht mal wieder zu kurz war, Du dich todmüde zur Arbeit, in die Uni oder zum Sport schleppst? Dass Du dich schlapp, gestresst, oder angespannt fühlst? Oder umgekehrt gefragt: Wann hast du dich das letzte Mal wirklich frisch und erholt, und von Grund auf entspannt gefühlt?

Um zu verstehen, warum Erholung so wichtig ist, hilft es vielleicht zu wissen, was in deinem Körper in jeder der beiden Phasen passiert.

Training - "der Test"

In der "Go hard or go home"-Phase beim Training kommt das was du kannst, also das, was du körperlich und mental zu leisten imstande bist, zur Anwendung. Es entstehen Mikroverletzungen in der Muskulatur, deine körpereigenen Energievorräte werden aufgebraucht, deine ganze „innere Chemie“ (Hormone, Neurotransmitter) wird beansprucht und nicht zuletzt dein Wille, deine Aufmerksamkeit werden gefordert. Natürlich sind höheres Gewicht, größere Intensität und härterer Einsatz notwendige Reize, um besser zu werden - doch davon allein ist noch nichts gewonnen.

Erholung - das Lernen und die Nachbereitung

Erst in der Ruhephase hat dein Körper die Zeit, seine Speicher in größerem Maße als zuvor zu füllen, Sehnen und Bänder zu verstärken, Gefäße und Gewebe auszubauen, und letztlich all deine gesammelten Reize wirklich zu integrieren, um für den nächsten "Test" besser gewappnet zu sein. Mit anderen Worten. 

Erholung ist die Phase, in der Du wirklich besser wirst.

Immer nur zu trainieren, immer nur Leistung bringen zu wollen, ist demzufolge als würdest Du wieder und wieder eine Klassenarbeit zu schreiben, ohne dich je darauf vorzubereiten oder aus deinen Fehlern zu lernen. Wunder dich also nicht wenn deine Noten irgendwann in den Keller gehen!;)

Müdigkeit, Schlappheit und Verspannung sind ernstzunehmende Körpersignale

Wenn Du dich das nächste Mal also wieder nicht so ganz auf der Höhe fühlst, nimm deinen Leistungsrückgang oder deine Schlappheit als das, was sie in den meisten Fällen ist: ein Zeichen, dass sich dein Körper noch nicht wieder vollständig erholt hat und Du eventuell schon längere Zeit mit "leeren Batterien" fährst. Es ist also die Art deines Körpers, dir zu sagen "Gib mir die Zeit, mich zu "bauen" und besser zu werden!" 

Statt den siebten Fitnesskurs des Tages zu besuchen, oder den Extra-Kilometer auf der Laufbahn zu schrubben, um auf Krampf nicht vom Trainingsplan abzuweichen, sind hier drei Dinge, die unmittelbar, aber auch auf längere Sicht für mehr Erholung in deinem Leben sorgen werden:

1. 50min mehr Schlaf - egal ob du abends 25min eher ins Bett gehst und morgens 25min länger schläfst - 50min sind absolut machbar, wenn Du es willst. Probier‘s aus!

2. 10min "Runterkommen": Wenn Du die Gelegenheit hast, stell dir den Timer und verbringe die Zeit damit, einfach kurz in deinem Körper anzukommen...die Realisation, DASS Du in einem Körper lebst, und dass es Schwerkraft gibt, kann manchmal Wunder bewirken.

3. Trainiere mit Freunden - Übertraining ist zum größten Teil Kopfsache und soziale Anbindung für das Wohlbefinden oft unterschätzt. Mit den richtigen Leuten wird auch der nächste Kniebeuge-Satz zur Fun-Activity!

Habt Spaß und denkt dran: Der Muskel wächst in der Pause!

Euer Eric