Neue Stadt, Neues Glück – Wie dir in Leipzig ganz schnell das Heimweh vergeht

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Ich wohne mittlerweile seit drei Jahren im schönen Leipzig. Damals fürs Studium aus dem 400 km entfernten Sauerland in die Messestadt gezogen, fühlte ich mich irgendwie wie ein frisch geschlüpftes Küken, das interessiert den Kopf in alle Richtungen drehen muss, um ja nichts zu verpassen. Alles war neu, aufregend, laut und so – dynamisch. Wenn man wie ich aus einer Kleinstadt in den Dschungel der Großstadt eintaucht, freut man sich über neue Möglichkeiten wie beispielsweise sonntags trotzdem in die Geschäfte gehen zu können (Hauptbahnhof sei Dank) oder jeden Tag in einem anderen Land essen zu können (danke Restaurantvielfalt inklusive Lieferdienst!).

Wovon ich allerdings anfänglich keine Ahnung hatte, waren die wichtigsten Ecken in Leipzig, wenn man mal zu viel Freizeit hat. Beziehungsweise die, die das Interesse eines neugierigen Neulings wecken sollten.

Du bist gerade neu nach Leipzig gezogen und fragst dich, wo du deine Füßchen hinlenken sollst, sobald du die Haustür hinter dir zu gezogen hast? Dann begleite mich auf eine kleine Tages-Tour durch Leipzig: where to go, where to be, where to eat & where to party, erfährst du jetzt!

 

10 Uhr, Marktplatz (Zentrum)

Ein Ort, auf dem du zwangsläufig eh irgendwann landest, ohne vielleicht gezielt darauf zugesteuert zu sein, ist der Marktplatz. Dienstags und freitags kannst du hier um Gurken und Äpfel feilschen, ansonsten finden hier auch regelmäßig andere Märkte oder Stadtveranstaltungen statt. Im rechts davon abzweigenden Barfußgässchen findest du eine Auswahl an Restaurants, Kneipen und Cafés, die das Gässchen vor allem abends in eine gemütliche Location für ein paar Drinks verwandelt. Aber für Drinks ist immer noch später Zeit.  Erst einmal frühstücken: In der Milchbar Pinguin gibt es nicht nur super leckeres Eis, sondern auch fast die ganze Woche lang ein Frühstücksbuffett bis 12 Uhr!

Auf dem Marktplatz befindest du dich übrigens auch mitten in der Innenstadt mit vielen Möglichkeiten, auf unkompliziertem Wege deinen Geldbeutel zu erleichtern.

11 Uhr, Hauptbahnhof

Ein weiterer Ort, der nicht von unscheinbarer Bedeutung ist, ist unser schöner Hauptbahnhof. Spätestens bei deiner ersten Reise wirst du seinem Charme erliegen, denn einen Bahnhof wie den Leipziger sieht man nicht jeden Tag. Vor allem die Promenaden mit ihren vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten sind ein Risiko für jedes schwache Shopping-Herz – und das sogar auch noch am Sonntag!

 

 

 

12 Uhr, Dittrichring

Wir fahren vom Hauptbahnhof über den Ring um den Innenstadtkern herum und steigen in Reichweite der berühmten Thomaskirche aus. Einen Besuch dorthin musst du allerdings ein anderes Mal einplanen, denn so langsam knurrt der Magen. Das Elsterartig ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2014  nicht nur unter Studenten für seinen „Elstertanz“ beliebt, das jeden Freitag und Samstag und Donnerstag sogar for free die Studis zum Feiern in seine 4 Wände lockt. Hier genießt man auch Leckeres vom Grill und saftige Burger.

 

13:30 Uhr, Augustusplatz

Damit das eher weniger leichte Mittagessen auch ja nicht ansetzt, geht es durch die Innenstadt zum Augustusplatz. Klar, den dürfte man als Neuling neben dem Hauptbahnhof vielleicht schon kennen, selbst wenn man sich zuvor sonst kaum nach draußen bewegt hat. Der MDR Tower ragt ja auch wie ein beschützender Riese über der Stadt. Mit dem Aufzug geht es in Windeseile in den 28. Stock auf die Restaurantetage und von dort trennen einen nur noch 3€ Eintritt und ein paar Stufen um 120 Meter über der Stadt zu schweben. Man muss sich ja schließlich einen Überblick über sein neues Zuhause verschaffen.  

 

 

14:30 Uhr, Zentrum West

Was man nicht unbedingt sofort zu Gesicht bekommt, wenn man neu in Leipzig ist, sind die Kanäle und die Elster. Also schnell wieder 28 Stockwerke runter gedüst und mit den Straßenbahnlinien 7,15 oder 3 bis zum Sportforum fahren. Als Fußballfan kann man von hier das RB Leipzig Stadion besuchen. Oder man läuft runter zum Elsterflutbett und spaziert entlang des Wassers Richtung Süden. Neben den zahlreichen anderen Brücken, überquert man dabei irgendwann die Sachsenbrücke. Im Sommer ein beliebter Treffpunkt, um bei einem Eis vom Eiswagen oder spontanen Musik Sessions laue Sommerabende ausklingen zu lassen.

Läuft man weiter am Wasser entlang, erstreckt sich links der Clara Zetkin Park. Wäre jetzt Sommer, hätten wir uns hier, wie gefühlt 80% der Leipziger, für ein Grill-Picknick getroffen. Ist es aber nicht, also verschieben wir das (versprochen).

Wir durchqueren trotzdem den Park und laufen weiter Richtung Süd-Osten.

 

 

16 Uhr, Südvorstadt

Natürlich kannst du dir wie in jeder anderen Stadt in Deutschland einen überteuerten Kaffee to Go bei Starbucks holen. Macht man aber nicht unbedingt, wenn man neu in Leipzig ist. Wenn es mal schnell gehen muss, findest du auch eine gute und zudem finanzielle erleichternde Variante im Coffee Culture direkt gegenüber des Seitenausganges vom Uni Campus (sehr zu empfehlen ist der Freezer im Sommer!). Ansonsten genießt man gemütlich einen Kaffee beispielsweise im Cafe Waldi, Café Cantona oder Marshalls Mum inklusive gemütlichem Wohnzimmerflair.

 

Karl-Heine-Straße, Plagwitz

Eine Alternative zur Südvorstadt ist der Stadtteil Plagwitz. Ebenfalls geprägt durch die Wasserwege, die sich durch die Straßen schlängeln, findet man in Plagwitz ein urbanes, hippes Großstadtfeeling mit einem Mix aus Industrie- und Gründerzeitcharme. Grün, Wasser, ein bissen alternative Vibes und Künstler-Geist – Plagwitz glänzt mit seiner eigenen Magie. Auch hier laden zahlreiche kleine Cafés oder Bistros zum Schlemmen ein. Oder du spazierst einfach nur gemütlich durch die Straßen.

 

 

18:30 Uhr, Fockeberg

Weiter unten im Süden stolpert man früher oder später über den Fockeberg. Was damals als Müllberg aus altem Trümmerschutt in der Nachkriegszeit begann, ist heute der grüne Hügel Leipzigs. Mit seinen 153 Metern Höhe und der 850 Meter langen asphaltierten Hauptstraße ist er mittlerweile ein beliebter Ort für Hundebesitzer, Turteltäubchen oder Abenteurer geworden. Denn der Berg versteckt auch viele Trampelpfade abseits des Hauptweges. Oben bietet sich jedenfalls wieder ein  phänomenaler Ausblick in die verschiedenen Himmelsrichtungen und über Leipzig. Pünktlich zum Sonnenuntergang ist das perfekt für einen kleinen Sundowner.

20:00 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße

So langsam aber sicher knurrt wieder der Magen. Das vielfältigste Angebot an Bars, Kneipen und Restaurants findet man auf der Karl-Liebknecht-Straße, auch liebevoll von den Leipzigern Karli genannt. Die knapp 2,5 km lange Straße ist vor allem bei Studenten als abendliches Ausflugsziel sehr beliebt. Zudem findet auf ihr auch regelmäßig zwei Mal jährlich das „Karli Beben“ statt. Einmal als Baustellenfest gestartet, ist es mittlerweile fester Fetentermin im Kalender der Leipziger.

Abends verwandelt sich die Karli in eine lange Meile, auf der die Restaurants mit ihren leuchtenden Schildern um deine Aufmerksamkeit werben. Aus den Türen kommen Schwalle warmer Luft und leckerer Essensduft und wenn du dich nicht entscheiden kannst, womit du anfangen willst – na dann probier dich doch einfach der Reihe nach durch. Egal ob italienisch, türkisch, indisch, chinesisch oder deutsch – auf der Karli findet jeder etwas nach seinem Geschmack.  

Natürlich kann man hier auch einfach gemütlich auf ein oder zwei Drinks stecken bleiben. Vor allem als Einstimmung auf einen schönen Partyabend, sind die Bars von den Leipzigern gut besucht.

22:00 Uhr, Zentrum/ Connewitz/ Plagwitz

22 Uhr, so langsam wird es Zeit, sich Gedanken über eine geeignete Partylocation Gedanken zu machen. In der Moritzbastei direkt am Hauptcampus, im Elsterartig oder Cafe Waldi triffst du dich meist mit deinen Mitkommilitonen, da diese Locations unter Studenten sehr beliebt sind. Magst du es gerne etwas schicker beim Weggehen, solltest du mal im L1 direkt am Marktplatz in der Königshauspassage vorbeischauen. Aber Achtung: Hier wird tatsächlich beim Einlass dein Erscheinungsbild geprüft.

Die Eventlocations Werk2, Conne Island, Täubchenthal und Felsenkeller veranstalten nicht nur Live Konzerte, sondern laden auch regelmäßig alle Tanzmäuse in ihre coolen Räumlichkeiten ein.

 

3:30 Uhr, Irgendwo

Egal wohin du dich letztendlich verirrt hast, irgendwann muss jede Leipziger Lerche auch wieder zurück in ihr Nest flattern. Good to know: Anders vielleicht als in anderen deutschen Großstädten fahren die letzten Straßenbahnen allerdings zwischen 24 und 1 Uhr! Mit dem Nightliner, der die Lücke schließt, wenn ab 4 Uhr wieder die ersten Bahnen fahren, kommst du aber genauso gut wieder in dein Bettchen.

 

 

 

 

Und? Neugierig geworden noch viel mehr von Leipzig zu entdecken? Solltest du, denn es gibt noch so viel Weiteres hier zu sehen!  Im Nächsten Artikel erwartet dich noch einiges mehr. Ich nehme dich mit durch den Stadtteil Plagwitz.

 

Text und teilweise Fotos: Josefine Stollberg