Plagwitz Hoch 3: Zwischen rauem Industrieflair, romantischem Wasserplätschern und ganz viel Kunst

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Leipzig hat viele Stadtteile, die mit ihrem individuellen Charme punkten können. Doch einer sticht vor allem durch sein Flair hervor: Plagwitz war einst ein Bauerndorf jenseits vom Leipziger Stadtkern. Quasi komplett abgeschieden und ohne bedeutende Verkehrsanbindung, hat das kleine Dorf von damals jetzt nur noch recht wenig mit dem hippen Stadtteil von heute zu tun. Warum sich ein Besuch auf der anderen Seite der weißen Elster lohnt? Hier 3 kultige Freizeittipps:

Früher lag zwischen dem kleinen Dörfchen Plagwitz und Leipzig die weitläufige Auenlandschaft. Nur über einen Umweg über heutige Jahnalle. Seinen industriellen Aufschwung und den entscheidenden Funken für eine wirtschaftliche Entwicklung erfuhr Plagwitz durch den Rechtsanwalt und Industriepionier Karl Heine. Schnell wurde der Stadtteil das erste großflächige und planmäßig entwickelte Industriegebiet in Deutschland.

Heute ist Plagwitz ein Stadtteil, der durch das bunte Florieren der Kunstszenegeprägt ist. Aber auch der Geist der motivierten Start Up Szene scheint in Plagwitz in der Luft zu schweben. Die Mischung aus groben Industriebauten auf der einen Seite und satten Grünflächen sowie Wasserstraßen auf der anderen Seite ist besonders für Unternehmer aus der kreativen Branche besonders attraktiv.  

 

Westpaket, Karl-Heine Straße

Der frühe Vogel fängt ja bekanntlich den Wurm. Für Flohmärkte trifft dies ganz besonders zu, denn die besten Schätze ergattert man eben in den ersten Stunden.

Das Stadtteilfest Westpaket lockt alljährlich die Leipziger in den Westen. Zwischen Verkaufsständen, kulinarischen Genüssen und einem abwechslungsreichen Kulturangebot findet man auch immer einen Trödelmarkt wenn man die die Karl-Heine-Straße hinunter schlendert. Der Boulevard (ja benannt nach erwähntem Herrn im ersten Abschnitt), der mit seinen Bars, Cafés und kleinen Läden auch für nicht Plagwitzer immer interessanter wird, kann mittlerweile auch mit der allseits bekannt und beliebten Karl-Liebknecht Straße mithalten, die bis dato ja immer als DIE Adresse für die gemütliche oder auch feierwütige Abendplanung galt. Die Besucher können beim Westpaket regionale Produkte und Kunsttreibende der Gegend kennen lernen und sich ein kleines Stück Westen mit nach Hause nehmen, eben passend zum Namen „Westpaket“. Der Begriff, der zu DDR-Zeiten die Pakete von westlichen Verwandten bezeichnete, die üblicherweise Produkte enthielten, die es in der DDR nicht zu kaufen gab, symbolisierte damit indirekt den wirtschaftlichen Wohlstand der BRD. Und auch das Westpaket in Plagwitz erhofft sich eine  langfristige kulturelle und wirtschaftliche Wiederbelebung der Karl-Heine-Straße.   

Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht denken, Trödelmärkte findet man doch an jeder Ecke, vor allem in Leipzig. Warum sich der Besuch hier aber besonders lohnt? Weil er nicht nur ein „normaler Flohmarkt“ ist, sondern im Rahmen des Westpaketes ein Teil eines Festes ist, das den individuellen Charakter von Plagwitz widerspiegelt. Ganz nah an Menschen, Geschichten, Flair und – Leipzig.    

 

 

 

Baumwollspinnerei, Spinnereistraße

Den wohl berühmtesten Ort der Kunstszene findet man in Plagwitz in der Spinnereistraße. Das Gelände der ehemaligen Spinnerei-Fabrik ist heute Treffpunt für Künstler aller Art und kreative Ideen. Galerie um Galerie mit zahlreichen Ausstellungen reihen sich in den Räumlichkeiten aneinander. Der raue Industriecharakter der alten Mauern macht dabei den ganz besonderen Charme aus. 

Am Besten eine Gelände-Führung mitmachen, sich kurzzeitig in eine andere Zeit zurück versetzen lassen und danach die müden Füße im Cafe „Die Versorger“ hochlegen.

 

Kanu Tour, Rennbahnsteg

Plagwitz wird durch die Weiße Elster und ein außergewöhnliches Kanalsystem geprägt. Daher wird der Stadtteil auch häufig als Klein-Venedig bezeichnet. Besonders zu empfehlen ist deswegen eine Kanu Tour, um Plagwitz mal aus einer anderen Perspektive entdecken zu können. Am besten steigt man am Rennbahnsteg  ins Kanu und paddelt dann den Karl Heine hinunter.   

Aber auch zahlreiche andere Kanuverleihe bieten euch über verschiedene Touren den Weg über das Wasser an. 

Text: Redaktion

Bilder 1,2 & 3: LVZ

Bild 4: Kanu Sachsen