Leipziger Helden im Ehrenamt, Teil 1: „Weihnachten im Schuhkarton“ mit Holger Micklitza

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Seine Augen leuchten, wenn er von „seinen Kindern“ erzählt , und manchmal verdrückt er dabei eine Träne. Holger Micklitza engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Inzwischen kümmert er sich mit einem Team ebenfalls ehrenamtlicher Helfer darum, dass bedürftige Kinder quer über den Globus ihr erstes liebevoll gepacktes Geschenk erhalten. 

Foto links: Holger Micklitza 2015 in Georgien

„Stell dir vor, es ist Weihnachten, und du bekommst kein Geschenk.“ Alles begann 2002 mit einem Radiospot. Das christliche Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ warb um Weihnachtsspenden für Kinder. Holger Micklitza las im Internet nach, begeisterte Frau Sandra und Familie und packte neun Schuhkartons. Im nächsten Jahr gingen bereits 88 Kartons auf die Reise. Inzwischen ist Familie Micklitza in Bennewitz zertifizierte Sammelstelle: In der Hochsaison werden von Mitte Oktober bis Mitte Dezember bis zu 1.000 gepackte Schuhkartons kontrolliert und für den Zoll versandfertig gemacht. „Für 2016 wünschen wir uns in Leipzig einen beheizbaren Raum in der Größe bis zu 150 qm, den wir dafür nutzen können. Vielleicht klappt es ja schon in diesem Jahr“, skizziert Holger Micklitza. Sein Traum: Eine Weihnachtswerkstatt als Annahme- und Kontrollstelle mit „Gesprächen und Herzenswärme“.

Im deutschsprachigen Raum wurden 2014 mehr als 512.000 Kartons gesammelt.  Aufgrund der geografischen Nähe werden die Päckchen vorwiegend in Osteuropa verteilt. Geschenke gingen nach Bulgarien, Georgien, Moldawien, Polen, Rumänien, in die Slowakei, nach Weißrussland, in die palästinensischen Gebiete und in verschiedene Länder Zentralasiens.  Die Gemeinden vor Ort wählen in Kooperation mit Behörden diejenigen aus, von denen sie wissen, dass ihre Eltern wenig Geld haben. Holger Micklitza: „Neben der Freude, die diese Geschenke den Kindern und auch ihren Familien machen, sind sie ein Zeichen der christlichen Nächstenliebe. Jeder Schuhkarton bedeutet: Du bist nicht vergessen.“ Holger Micklitza empfiehlt, neben den Geschenken auch etwas Persönliches mit einzupacken, einige Zeilen oder ein Foto. „Manchmal kommt auch Post zurück.“ Nicht vergessen: ein Kuscheltier: „Selbst bei den Jungs von 10 bis 14 Jahren ist das elementar wichtig.“  

Foto rechts: Geschenkeverteilung in Georgien

Für sein soziales Engagement wurde Holger Micklitza mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Berechtigung, den Titel „Graf von Andechs“ tragen zu dürfen. Dass er sich außerdem im Schulranzenprojekt des Vereins Global Aid Network (GAiN) engagiert und die Freiwillige Feuerwehr Bennewitz verstärkt, erzählt er eher beiläufig.  

Auf der Seite http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/so-gehts/ kann sich jeder über die Aktion „Weihnachten im Schukarton“ informieren. Dort steht auch, was in die Kartons gepackt werden darf und was am dringendsten benötigt wird.

Quellenangabe für alle Fotos: Geschenke der Hoffnung e.V. Berlin
Detlefs Stadtblog findet ihr unter leipzigdiscovery.com.