Leipziger Helden im Ehrenamt, Teil 2: „Helden wider Willen“ mit Ariane Jedlitschka

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Als sie 2006 den Verein „Helden wider Willen“ mitbegründete, hatte Ariane Jedlitschka ihr Studium in Leipzig beendet und suchte die Antwort auf eine Frage: Wie kann man Kunst und Kultur in den Alltag transportieren und dabei das Engagement von Menschen einbinden? Auch wenn die Strukturen heute greifbarer geworden sind, ist die Antwort noch immer offen.

Foto links: Verdiente Pause: Ariane Jedlitschka (links) und Sophia Brock von "Helden wider Willen"

Wenn sie ihren Job erklären soll, tut sich Ariane Jedlitschka schwer: „Vielleicht so etwas wie eine Kultur- und Innovationsmanagerin.“ Ihr Leben verläuft nach Projekten, die alle der Gedanke verbindet, Wissen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Alleine zu gestalten sei ihr nicht wichtig, sagt Ariane Jedlitschka. Und bekennt: „Leipzig ist schön. Noch schöner ist es, wenn mir Gäste der Stadt neue Perspektiven zeigen.“ Das sind bevorzugt internationale Gäste, die von Ariane Jedlitschka durch internationale Partner nach Leipzig gelockt werden. Dazu gehören feste Strukturen wie Schulen ebenso wie freie Träger, Einzelpersonen und Firmen. Da gibt es keine Berührungsängste bis auf die europäische Ebene. Mit der Stadtverwaltung hat Ariane Jedlitschka schon eher ein Problem: „Da geht viel über die politische Schiene. Menschen im Apparat sind mir suspekt – vor allem wenn ich mir klarmache, dass mein Förderantrag auf kommunale Mittel andere gute Ideen verdrängt.“ 

Jetzt ist Ariane Jedlitschka in der Hildegardstraße 49 im Leipziger Osten angekommen – und baut wieder auf. „Es hätte auch der Norden sein können“, wehrt sie Spekulationen ab, sie sei dem Hype in den Osten gefolgt. Und wieder heißt es: Bewohner einbinden, nachhaltig arbeiten und viele kleine Schritte tun, um an Fördermittel zu kommen. Dass sich Beharrlichkeit auszahlt, hat jüngst die Anfrage der Bundeskulturstiftung gezeigt, die Arbeit des Vereines „Helden wider Willen“ zu unterstützen. „Aktuell wollen wir durch Nachbarschaftsprogramme zeigen, wie Kunst und Kultur soziale Wirkung entfalten können.“ Klingt abstrakt, zeigt sich aber ganz bürgernah, zum Beispiel durch den Aufbau einer Internetseite für den Osten: „Wir wollen den Menschen, die schon hier sind, unsere Wertschätzung zeigen und nicht nur denen, die dazu kommen.“

Foto rechts: Aus diesem Hof in der Hildegardstr. 49 wird ein Spielparadies für Kinder.

Und Kinder! Im Hinterhof der Hildehäuser soll auf den trennenden Mauern eine Spielplatzburg für alle Kinder der Nachbarschaft entstehen. Jeder kann durch ein Onlinevoting helfen. So geht Soziokultur, „und genau das soll unsere Ausrichtung sein: die Arbeit im Gemeinschaftsgedanken.“

Wenn die gute Fee ihr drei Wünsche gewährte, denkt Ariane Jedlitschka ganz zuletzt auch an sich. „Zur Ruhe kommen, einen Platz finden, den ich Zuhause nenne“. Ein sympathischer Zug an der Macherin, die keine sein will.

Quellenangabe für alle Fotos: Detlef M. Plaisier
Detlefs Stadtblog findet ihr unter leipzigdiscovery.com