Leipziger Helden im Ehrenamt, Teil 5: "Lene-Voigt-Gesellschaft" mit Klaus Petermann

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I ♥ LEIPZIG porträtiert den Leipziger Klaus Petermann. Er ist Vorstandsvorsitzender des Lene-Voigt-Gesellschaft e.V. und steht uns heute Rede und Antwort zu seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit.

1. Beschreibe deine ehrenamtliche Tätigkeit und dein Projekt bitte kurz für uns.

Im November 2014 wurde ich zum Vorstandsvorsitzenden des Lene-Voigt-Gesellschaft e.V. gewählt. Unsere Arbeit gliedert sich zum einen in die Erforschung von Leben und Werk Lene Voigts (1891-1962) und der Menschen, die mit ihr in Verbindung standen. Zum anderen macht es sich der Lene-Voigt-Gesellschaft e.V. zur Aufgabe, der Nachwelt alle künstlerischen Äußerungen der Schriftstellerin mitzuteilen. Dabei ist es auch unser Anliegen sie nicht einseitig als »Mundartdichterin« festzulegen. Über die klassische Arbeit eines Vorstandes hinaus, sehe ich meine Tätigkeit vor allem im Aufbau eines Netzwerkes und in der Öffentlichkeitsarbeit.

2. Wie kam dein Projekt zustande?

Seit vielen Jahren bin ich selbst mit Lene-Voigt-Programmen unterwegs und somit natürlich auch Mitglied des Vereins. Ende 2013 wurde im Verein klar, dass der damalige Vorstand aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht wieder zur Wahl antreten wird. Jetzt hieß es Verantwortung zu übernehmen. Die hervorragende Arbeit der letzten 20 Jahre musste einfach fortgesetzt und auch neue Ideen eingebracht werden. So stellte ich mich zur Wahl und mit meinen Kollegen im Vorstand und der Unterstützung vieler Vereinsmitglieder können wir die Arbeit erfolgreich weiterführen.

3. Weshalb liegt dir dieses Projekt am Herzen und welche Ziele verfolgst du damit?

Für mich ist sächsische Sprache immer wieder Ausdruck von Lebensgefühl und Zeichen von Heimatverbundenheit. Ich finde den melodischen Klang und die wunderbare Vielfalt dieses Dialektes faszinierend. Lene Voigt verstand es hervorragend die volkstümliche Ursprünglichkeit der Sprache dichterisch umzusetzen. Unser Dialekt hat natürlich mit Tradition und Kultur zu tun, dies gilt es zu bewahren und zu präsentieren. Unsere Mundart soll viel mehr ins Bewusstsein gerückt werden, als ein Stück unserer kulturellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine bloße Reduzierung unserer Mundart auf Klamauk und Comedy wird eher schaden und unserem wunderbaren Dialekt nicht gerecht.

4. Was bedeutet deine Arbeit für Leipzig?

In unseren vielfältigen Aktivitäten, von Programmaufführen bis Publikationen, zeigen wir in unserem Bereich einen Teil der Vielfältigkeit des kulturellen und künstlerischen Lebens in Leipzig, sowohl früher als auch heute. Lene Voigt und Sächsische Mundart sind untrennbar und mit Leipzig und den Leipzigern verbunden. In vielen ihrer Gedichte und Texte hat Lene Voigt Leipzig und den Leipzigern ein warmherziges, ehrliches und wunderschön-sächsische Denkmal gesetzt.

5. Gibt es ein besonderes Erlebnis, welches dir gezeigt hat wie wichtig deine Arbeit ist?

Am 27.05.2015 fand im Kabarett Sanftwut der diesjährige Nachwuchs-Rezitations-Wettbewerb statt. Schüler und Schülerinnen wetteiferten um die beste Rezitation eines Lene-Voigt-Textes. Nach Vorentscheiden standen 14 Teilnehmer auf der Bühne. Das Interesse beim Publikum, den Eltern, Lehrern, aber auch bei Funk und Fernsehen war super. Gerade hier zeigt es sich, dass unsere Mundart lebendig ist und die gemeinsame Arbeit mit vielen Beteiligten Früchte trägt.

I ♥ LEIPZIG  bedankt sich bei Leipzig Hero Klaus Petermann und wünscht ihm weiterhin alles Gute bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in und um Leipzig.

Redaktion und Foto: Regine Curth