Leipziger Helden im Ehrenamt, Teil 9: "Lebenshilfe Leipzig e.V." mit Thorsten Hindemith

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1. Beschreibe deine ehrenamtliche Tätigkeit und dein Projekt bitte kurz für uns:

"Seit dem 07. Dezember 2015 bin ich frisch gebackener Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Leipzig e.V. und gerade dabei mich in meine neue Aufgabe hineinzufinden.

Die Lebenshilfe als gemeinnütziger Verein will, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben so normal wie möglich führen können. Sie bietet vielfältige Angebote, um Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Familien Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Wir wollen auch dazu beitragen, Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen.

Die Lebenshilfe Leipzig e.V. betreibt neben einer großen Werkstatt eine inklusive Kindertagesstätte, eine interdisziplinäre Frühförder- und -beratungsstelle für entwicklungsauffällige Kinder, drei Wohnheime sowie Außenwohngruppen für Menschen mit geistiger Behinderung. Dazu bietet die Lebenshilfe Leipzig auch ambulante Dienst, vielseitige Freizeit-, Kultur- oder Seminarangebote."

2. Wie kam dein Projekt zustande?

"Die Lebenshilfe Leipzig wurde 1990 als Elternvereinigung gegründet. Sie gibt Menschen mit geistiger Behinderung, ihren Angehörigen, Fachleuten, Freunden und Förderern die Möglichkeit, sich durch ihre Mitgliedschaft im Verein sozial zu engagieren und für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung aktiv einzutreten. Ich selbst bin seit 2008 Mitglied in der Lebenshilfe Leipzig e.V. und seitdem auch ständiges Vorstandsmitglied."

3. Weshalb liegt dir dieses Projekt am Herzen, welche Ziele verfolgst du damit?

"Nach der Geburt meines Sohnes Paul, der das Down-Syndrom hat, fanden wir in der Frühförder- und -beratungsstelle der Lebenshilfe Leipzig große Unterstützung und wurden hervorragend betreut. Diese Unterstützung war für uns enorm wichtig. Paul geht mittlerweile, zusammen mit seiner Zwillingsschwester Emma, in die zweite Klasse und wird inklusiv beschult. Da wir selbst erfahren haben, wie wichtig die Arbeit der Lebenshilfe ist, möchte ich diese nun aktiv unterstützen. Mein großer Traum wäre es, zu erreichen, dass allen Kinder mit Behinderung die Möglichkeit zur inklusiven Beschulung geboten werden kann, ganz nach dem Motto: "Es ist normal verschieden zu sein" (Richard von Weizäcker). Zurzeit ist eine inklusive Beschulung, vor allem in Sachsen, leider noch eine Ausnahme."

4. Was bedeutet deine Arbeit für Leipzig?

"Wir geben Menschen mit Behinderung Arbeit und eröffnen ihnen die Möglichkeit, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen. Darauf hat jeder Mensch ein Recht. Durch unsere ehrenamtliche Tätigkeit entlasten wir die Kommune von ihren Aufgaben, auch im aktuell sehr drängenden Bereich der Kinderbetreuung. Die Errichtung des Kindergartens hat uns zwar viel Mühe gekostet, aber das Ergebnis spricht für sich."

5. Gibt es ein besonderes Ereignis, welches dir gezeigt hat, wie wichtig deine Arbeit ist?

"Auf der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen der Lebenshilfe Leipzig trat ein Double von Helene Fischer auf. Die Stimmung unter den Besuchern war unbeschreiblich. Diese wirklich teilweise unbändige Freude, auch bei meinem sieben Jahre alten Sohn Paul, der auf meinen Schultern saß, konnte man sich einfach nicht verschließen. Das war einfach ansteckend, da konnte man nichts gegen machen, ob man nun ein Fan von Helene Fischer ist oder nicht."

I ♥ LEIPZIG bedankt sich bei Leipzig Hero Thorsten Hindemith und wünscht ihm weiterhin alles Gute bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in Leipzig.

Redaktion: Regine Curth

Foto: Lebenshilfe Leipzig e.V.