Eröffnung Kunstkraftwerk Leipzig

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Am 18.06.2016 öffnet das Kunstkraftwerk seine Pforten für alle Kunst- und Wissenschaftsbegeisterten und all jene die es werden wollen. Wir waren schon vor der Eröffnung vor Ort, haben die Pressekonferenz besucht und uns einen ersten Eindruck von der Eröffnungsausstellung „Illusion“ gemacht. Immer mit den Fragen im Hinterkopf „lohnt sich die Ausstellung“ und „hat das Kunstkraftwerk als solches eine Zukunft?“, welche wir hier versuchen zu beantworten.

Doch fangen wir von vorne, sprich: der Pressekonferenz an. In gemütlicher Runde erklärten die beiden Projektverantwortlichen Markus Löffler und Ulrich Maldinger, wie es zu dem Projekt kam und welche Ziele sie damit verfolgen. Dabei stellten sie sich auch den Fragen der eingeladenen Journalisten. Nachdem etwa grundlegende Fakten, wie Bauumfang (fast 1 ½ Jahre), Zukunftspläne und derartiges geklärt waren, wurde die wohl wichtigste Aussage des Tages getroffen: Das Kunstkraftwerk und insbesondere die Ausstellung „Illusion“ ist keine Revolution und erfindet das Rad nicht neu, sorgt aber dafür, dass es sich weiterdreht und macht es facettenreicher. So ist es nur verständlich, dass sich das Kunstkraftwerk mitten in Plagwitz, im Leipziger Kunstviertel, befindet. Kunst und Kunstausstellungen gab es dort schon immer, wurde aber um eine wichtige Instanz erweitert.

Kommen wir aber zu der Frage, die wohl die meisten interessieren wird: „Lohnt sich die Ausstellung ‚Illusion‘“? In diesem Falle kann man zwar ein „ja“ durchaus aussprechen, nicht aber ohne es mit einem kleinen Sternchen zu versehen. Es ist stellenweise schon sehr außergewöhnlich, was sich die Künstler haben einfallen lassen, um den Besucher hinter das Licht zu führen. Das bekennende Ziel der Ausstellung, mit der Wahrnehmung des Betrachters zu spielen, wurde mehrmals erreicht. Persönliches Highlight: die sich offenbar bewegenden Papierfetzen, denen mit einem ganz simplen Trick „Leben“ eingehaucht wurde. Während man sich durch die Räume bewegt, wird man von geschultem Personal genau soweit informiert wie es nötig ist. Manchmal verwirrt es mehr als es aufklärt, aber das ist durchaus Absicht. Der Besucher soll eigene Rückschlüsse ziehen, rätseln und staunen. Die Führung  erfüllt lediglich den Zweck des Dialogs mit dem Kunstobjekt. Wer darauf keine Lust hat, kann aber stets die Gruppe verlassen und alleine auf Entdeckungstour gehen.

Was ist denn aber nun das Sternchen, von dem vorher die Rede war? Genaugenommen ist es ein Aspekt, der nicht nur für die Ausstellung, sondern für die Zukunft des gesamten Kunstkraftwerks steht. Man muss sich bewusst sein, dass „Illusion“ wie auch der Veranstaltungsort, sich in ständiger Bewegung befinden. Für das Kunstkraftwerk bedeutet das, dass sie nicht „nur“ Kunst bietet, sondern auch als Tagungs- und Eventort dienen soll und das Potenzial der Einrichtung sich erst einmal beweisen muss (durch interessante Lichtshows in den Sälen aber durchaus vorstellbar). „Illusion“ hingegen soll sich ihn einem permanenten Prozess des Wachsens befinden. Man wird also höchstwahrscheinlich nie alles sehen können, sondern wird dazu eingeladen, Wiederholungstäter zu werden. Auch dieses Konzept muss sich in Zukunft erst noch beweisen.

Also, hat das Konzept eine Zukunft oder nicht?“. Auch wenn nie etwas zu 100% sicher sein kann, so glauben wir, dass das Kunstkraftwerk und „Illusion“ mit einem Lächeln nach vorne blicken kann. Wir sind jedenfalls gespannt, welche Tricks sich die Künstler noch überlegen werden, um unsere Wahrnehmung zu täuschen und welche Ausstellungen noch folgen.  

Fotos: Sophie Götze
Redaktion: Eric Dolge

"Illusion"