Fitnessblog # 12: Jahresrückblick und Spezifik im Training!

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Es ist Dezember! Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür und damit auch der Jahresrückblick - Zeit, zurückzuschauen und dein Trainingsjahr noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Hat dich Dein Training dahin gebracht wo Du hin willst? Kannst du hinter deine wichtigsten Ziele einen Haken machen oder hast Du wieder versucht alle Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und dabei nichts erreicht?

Ein wichtiger, wenn nicht DER wichtigste Grund überhaupt, warum dein Training eventuell am Ziel "vorbeigeschossen" ist, ist mangelnde Spezifik im Training. Was damit gemeint ist, lässt sich besser mit einem kleinen Ausflug in die Biologie und Trainingswissenschaft verstehen: Grundsatz jeder Anpassung von Lebewesen an ihre Umgebung ist das sogenannte SAID-Prinzip (Specific Adaptation to Imposed Demands - zu Deutsch: Spezifische Anpassung an gestellte Anforderungen). Es besagt, dass dein Körper und auch dein Geist sich immer exakt an die Herausforderungen anpassen, die ihm von der Umwelt (also auch durch dein Handeln – dein Training) gestellt werden. Mit anderen Worten, dein Körper passt sich (auf Gedeih und Verderb) an genau das an was du tust - und zwar mit erschreckender Genauigkeit. Ein Beispiel aus dem Freizeitsport: Du läufst jeden Sonntag für eine halbe Stunde mit 12km/h durch den Wald -  dein Körper wird sich daran anpassen. Und nach einiger Zeit wird es für deinen Körper „normal“ sein einmal in der Woche zu laufen - immer sonntags - am besten bei 12 km/h – für genau eine halbe Stunde lang. Auch im Krafttraining konnte durch zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt werden, dass sich der Körper exakt an den Reiz anpasst, den Du ihm vorgibst: Wer immer 10er Serien Bankdrücken trainiert, wird gut in 10er Serien, wer immer Sätze mit 8 Wiederholungen macht wird gut sein mit 8 Wiederholungen - der- oder diejenige sollte sich jedoch nicht wundern, dass es beim Maximalkraftversuch keine großen Verbesserungen gibt. ALLES hat seine Bedeutung! Dein Körper wird sich auch daran anpassen, dass er nach dem Training immer eine Schweinshaxe und 8 Schokoriegel bekommt ;) …doch nicht nur das - auch die Art deiner Atmung, ob Du Musik hörst oder nicht, dich dabei mit jemandem unterhältst oder in dich gekehrt bist, ob du auf Asphalt läufst oder auf Waldboden. Alles gehört zum Gesamteindruck, zum TRAININGSREIZ, den die Belastung auf deinen Körper hat.

Wer das einmal verstanden hat, erkennt, dass nicht nur die Zeit, die Du beim Sport verbringst, sondern dein ganzes Lebensumfeld, und dein Handeln einen Anpassungsreiz darstellen. Somit bist Du, optisch sowie auch was Du im Stande bist zu tun, das Ergebnis deiner Genetik addiert mit allen Denk-, Ess-, Trainings- und Lebensgewohnheiten, angepasst an die Anforderungen, denen Du dich bis jetzt stellen musstest. Ganz einfach oder? Aber „knapp daneben ist eben auch vorbei“! Das bringt mich zurück zum Training und dessen Spezifik. Warum trainierst Du Liegestütze, wenn Du in deinem Wettkampf gar keine machen musst? Warum sind deine Workouts nur eine halbe Stunde lang, obwohl Du weißt, dass dein Wettkampf mehr als 90 Minuten dauern wird? Auch wenn Du dich gerade nicht auf einen sportlichen Wettkampf vorbereitest, frage dich worin deine persönliche tagtägliche Herausforderung, ja schlicht und einfach DEIN LEBEN, konkret besteht. Was musst Du können? Welche Körperpositionen sind notwendig? Welche Belastungszeiten und Reaktionszeiten? Brauchst du kurze Sprints zur Straßenbahn? Steigst du Treppen in die 4. Etage mit 12 Einkaufstüten? Putzt du einbeinig balancierend auf dem Stuhl die Fenster? Nebenbei bespaßt du deine 3 Kinder? DAS sind deine spezifischen Anforderungs-Parameter! Und dann versuche dein Training GENAU SO zu gestalten. Natürlich gibt es immer einen Übertrag von einer Übung zur anderen, (und du musst jetzt nicht das Putzmittel und deine drei Kinder mit zum Training nehmen! ;)) - doch je präziser du dein Anforderungsbild zeichnen kannst, umso effektiver wird dein Training sein und dich nicht nur zeitschonender und energiesparender, letztlich auch viel treffsicherer und unvermeindlicher an dein Ziel führen und DICH BESSER MACHEN! Du kannst gar nicht anders - es ist sprichwörtlich unmöglich sich nicht anzupassen. Beginne also JETZT, nicht nur dein Training, sondern auch dein Lebensumfeld offener zu betrachten. So wählst du die richtigen Veränderungen, um so deinen speziell für dich gesteckten Zielen 2019 unfehlbar entgegen zu gehen. Dabei stehen wir dir gern mit Rat und Tat zur Seite.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen dir Eric und dein Fitness First Team Leipzig

Foto: Pixabay