Umbau des Leipziger Stadions wird teuer

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Der Umbau des Leipziger Stadions soll Mitte November nach dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland beginnen. Gegen Schalke war die Arena in der aktuellen Saison zum ersten Mal ausverkauft. Aufgrund der Bauvorbereitungen war die Gesamtkapazität jedoch um mehr als 500 Plätze auf 41.939 gesunken. Wegen zu hoher Kosten soll der Einbau von Oberrängen in den Kurven jedoch vorerst nicht Teil der Bauarbeiten werden. Die Investitionen sollen sich auf Flutlicht, Beschallung und eine neue Sicherheitszentrale fokussieren. 

Erhöhung der Stadionkapazität in späterer Bauphase

Mitte November sollen die Bauarbeiten am Leipziger Stadion beginnen. Der große Umbau zur Erweiterung der Stadionkapazität wurde jedoch zunächst verschoben. Dieser würde statt der geplanten 50 Millionen angeblich 85 Millionen Euro Kosten. Die Arbeiten sollen allerdings laut Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wie geplant beginnen. Teil des Plans ist auch, bis März 2019 die Mobilfunkversorgung im Stadion zu verbessern. Zu den größeren Änderungen zählen Investitionen in das Flutlicht sowie die Beschallung der Arena. Außerdem wird die Sicherheitszentrale der Polizei neu gebaut und von Sektor B nach Sektor A umziehen. In späteren Bauphasen kann dann die Kapazität des Stadions erhöht werden. Durch das Einziehen von Oberrängen in den Hintertorbereichen könnte das Fassungsvermögen auf bis zu 57.000 Plätze ausgebaut werden. Dies soll jedoch auch vom zukünftigen Erfolg der Mannschaft und dem Bedarf abhängen. Als einer der Austragungsorte für die Europameisterschaft 2024 würde ein Ausbau zweifelsohne Sinn machen.

Stadion

RB Leipzig im dritten Jahr in der Bundesliga

Bei all diesen Entwicklungen könnte man schnell vergessen, dass RB Leipzig aktuell erst seine dritte Saison in der Bundesliga spielt. Durch die schnellen Erfolge – gleich im ersten Jahr qualifizierte man sich für die Champions League – wird die Mannschaft von Ralf Rangnick jedoch eher als etabliertes Bundesliga-Team angesehen. In der vergangenen Spielzeit reichte es allerdings nur für einen Platz in der Europa League. In diesem Jahr ist man wieder einer der Favoriten auf die ersten vier Plätze. Bei einer Sportwette liegt die Quote für eine Top-4-Position der Leipziger laut Betfair aktuell bei 1,83 (Stand: 03. November). Nur Borussia Dortmund ist ein noch sicherer Champions-League-Anwärter – abgesehen vom FC Bayern, für den in diesem Markt erst gar keine Quoten angeboten werden. Für die Ambitionen von RB spricht auch die Verpflichtung von Julian Nagelsmann für die kommende Saison. Der aktuelle Hoffenheim-Coach gilt als größtes Trainer-Talent Deutschlands und hat in den vergangenen zwei Jahren bewiesen, dass er eine Mannschaft kontinuierlich weiterentwickeln kann. Auch Nagelsmann wird viel Potenzial in Leipzig sehen. Andernfalls hätte er sich nicht dazu entschieden, einen gut geführten Verein, der dieses Jahr selbst in der Champions League spielt, zu verlassen.

Zeitpunkt eines weiteren Ausbaus noch unklar

Wann und ob Nagelsmann als Leipziger Trainer Spiele vor einer größeren Kulisse bestreiten wird, ist noch unklar. Dies wird größtenteils von der Wirtschaftlichkeit und dem Bedarf abhängen. In dieser Spielzeit war die Arena erst einmal ausverkauft – das war gegen den letztjährigen Vizemeister Schalke. Zu Saisonbeginn gab es einige Diskussionen um die rückläufigen Zuschauerzahlen. Sportdirektor und aktuell auch Trainer Ralf Rangnick erklärte damals, dass familienunfreundliche Anstoßzeiten ein wichtiger Grund für die nicht optimal besuchten Heimspiele seien. Zudem nannte er die Kosten, die aufgrund der vielen Spiele auf Dauer nicht unwesentlich seien.

Fotos: Pixabay