Wieso ist RB-Leipzig so stark?

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Leipzigs Erfolg verblüfft die Fußballwelt. Dem Verein, der noch im Jahr 2010 in der Oberliga spielte, gelang bis 2016 der Aufstieg in die Bundesliga, wo man nicht nur auf Anhieb Vizemeister wurde, sondern sich somit auch für die Champions League qualifizierte. Auch in der zweiten Bundesliga-Saison von RB Leipzig gelangen einige herausragende Erfolge: So besiegte man in der Europa League beispielsweise den SSC Neapel und erreichte das Viertelfinale. Darüber hinaus gelang über die Bundesliga die erneute Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, diesmal allerdings nur für die Europa League. Angesichts all dieser Erfolge innerhalb solch kurzer Zeit fragen sich viele Fußballfans, was Leipzigs Geheimrezept ist. Zudem polarisiert wohl keine deutsche Mannschaft so sehr wie RB Leipzig, sodass kritische Stimmen den Erfolg einzig und allein der dank Red Bull guten finanziellen Situation zuschreiben und den Club daher ablehnen. Doch diese Argumentation wäre viel zu kurz gedacht, denn Geld allein schießt keine Tore. Vielmehr spielen neben dem Geld eine Reihe verschiedener Punkte zusammen, die für Leipzigs Erfolge maßgeblich waren, sind und sein werden. Darauf werden wir im Folgenden genauer eingehen.

Hochkarätige Einzelspieler

Man kann über Leipzig denken, wie man möchte, doch über eines lässt sich gewiss nicht diskutieren: Die Mannschaft verfügt über einige hochklassige Einzelspieler, die in jedem Spiel den Unterschied machen können und bereits mit Clubs wie Bayern München oder Real Madrid in Verbindung gebracht wurden. Allen voran ist hier selbstverständlich Publikumsliebling Timo Werner zu nennen, der in der ersten Bundesliga-Saison von RB Leipzig mit 21 Treffern der torgefährlichste deutsche Spieler der Bundesliga war. Seine Klasse konnte er auch bereits in der deutschen Nationalmannschaft unter Beweis stellen. So wurde er beispielsweise beim Confed Cup Torschützenkönig. Ein weiterer Topspieler der Leipziger ist der schwedische Flügelstürmer Emil Forsberg, der für das Leipziger Spiel mittlerweile zu einem unverzichtbaren Element geworden ist und in rund 100 Ligapartien bereits 18 Tore erzielen konnte. Auch der Österreicher Marcel Sabitzer zählt mit seinen präzisen und durchschlagskräftigen Schüssen zu den Säulen des Leipziger Spieles, wobei er eine ähnliche Torquote aufzuweisen hat wie Emil Forsberg. Darüber hinaus hatte in den vergangenen Jahren auch Naby Keïta als genievoller Mittelfeld-Regisseur ganz bedeutenden Anteil am Erfolg der Leipziger. Sein Abgang nach Liverpool dürfte für Leipzig in der Saison 2018/19 daher vielleicht auch nicht einfach zu verdauen sein, da ein dribble- und schussstarker Mittelfeldspieler, der das Spiel aufbaut und gestaltet, für jede Mannschaft von enormer Bedeutung ist.

Ausgeprägter Teamgeist

Doch der eine oder andere herausragende Spieler genügt wohl keinem Club dieser Welt, um solche Erfolge feiern zu können, wie es Leipzig in den letzten Jahren gelang. Entscheidend für ein Team ist einfach auch der Teamgeist, also die Harmonie innerhalb der Mannschaft. Diese ist bei den Leipzigern auffallend stark ausgeprägt, was auch daran liegen könnte, dass sich die Roten Bullen immer wieder beleidigenden Anfeindungen gegenübersehen und dadurch einfach stärker zusammenhalten. Besonders auffällig war dies, als sich Timo Werner nach seiner berüchtigten Schwalbe über Monate hinweg schärfster Kritik und üblen Beleidigungen ausgesetzt sah und daraus letztendlich gestärkt hervorging.

Finanzkraft dank Red Bull

Dass die finanzielle Situation von RB Leipzig dank Red Bull besser ist als die eines gewöhnlichen Aufsteigers, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Und dieses Geld ermöglicht selbstverständlich Transfers und andere Entscheidungen, die bei einem schmalen Budget nicht möglich wären. Trotz allem muss man in dieser Hinsicht fair bleiben und berücksichtigen, dass andere namhafte Clubs über ganz andere Geldquellen verfügen, sodass Leipzig hier keinesfalls aus dem Rahmen fällt. Man denke beispielsweise nur an die unglaublichen Mega-Transfers der letzten Monate, allen voran Neymar mit seinen 222 Millionen.

Auch Erfolge verleihen Flügel

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass eine erfolgreiche Mannschaft tendenziell auch erfolgreich bleibt. Denn werden gemeinsam Erfolge gefeiert, die man vielleicht gar nicht für möglich gehalten hat, beflügelt das nicht nur die Motivation, sondern auch den Teamgeist und sorgt für eine bessere mentale Situation der Mannschaft. All dies ist elementar, um auch in Zukunft Erfolge feiern zu können.

Kein Erfolgsdruck als ständiger Aufsteiger

Auf Aufsteigern lastet in aller Regel der geringste Erfolgsdruck, denn, wer gerade erst in eine höhere Spielklasse aufgestiegen ist, wäre allein mit dem Klassenerhalt schon mehr als zufrieden. Dies erleichtert es den Spielern, unbeschwert und mit freiem Kopf aufzuspielen und so Erfolge zu erzielen, die bei einem höheren Erwartungsdruck vermutlich nicht möglich gewesen wären. Leipzig als ständiger Aufsteiger hat diesen positiven Effekt sicherlich in einer ganz besonders intensiven Art wahrgenommen.

Eine junge Mannschaft

Das Durchschnittsalter der Leipziger Spieler ist außergewöhnlich gering, da der Verein ganz besonders auf junge Spieler und herausragende Talente setzt. Dies bringt zweifellos den Vorteil mit sich, dass die Mannschaft insgesamt in einer besonders starken Kondition ist, was gerade gegen Ende einer Partie den Unterschied machen kann. Besonders in den ersten Bundesliga-Spielen Leipzigs wurde dies deutlich, da die Mannschaft den Großteil ihrer Tore in der zweiten Halbzeit erzielen konnte.

Erfahrener Sportdirektor

Ralf Rangnick ist ein Sportdirektor, der über viel Erfahrung verfügt und das richtige Händchen besonders für junge Spieler hat. Darüber hinaus genießt er hinsichtlich seiner Entscheidungen auch finanziell weitgehend freie Hand, was seinem Erfolg bei Leipzig zweifellos zugutekommt.

Fähige Trainer

Mit Ralph Hasenhüttl hatte Leipzig über zwei Jahre hinweg zweifellos einen der besten deutschsprachigen Trainer. Seine Spielphilosophie, die auf ein hohes Tempo setzt, war für die junge Leipziger Mannschaft wie geschaffen und darüber hinaus auch noch für die Zuschauer attraktiv. Mit der nunmehrigen Verpflichtung von Julian Nagelsmann ist auch in Zukunft für einen vergleichbar hochklassigen Trainer gesorgt.

Begeisterte aber disziplinierte Fangemeinde

Dass die Fans für jede Mannschaft besonders wichtig sind, steht außer Frage. Leipzig macht hier keine Ausnahme, doch seine Fangemeinde ist eine besondere: Krawalle und dergleichen sind den Leipziger Fans weitgehend fremd. Stattdessen sind sie dafür bekannt, ihre Mannschaft in einer mitreißenden, aber friedlichen Weise zu unterstützen.

Standort in Ostdeutschland

Auch der Standort in Ostdeutschland ist aus Leipziger Sicht clever gewählt. Da es in dieser Gegend lange keinen erfolgreichen Club gab, wurde durch die Vereinsgründung in dieser Gegend eine richtige Euphorie ausgelöst, die bis heute anhält. Hinzu kommt ein vergleichsweise großes Einzugsgebiet der Stadt.

RB Salzburg als Schwesterverein

Dass auch ein österreichischer Club maßgeblichen Anteil am Erfolg der Leipziger hat, mag auf den ersten Blick verwundern. Doch Red Bull Salzburg ist als Schwesterverein der Leipziger Bullen so etwas wie der Ausbildungsverein von RB Leipzig. Viele talentierte, junge Spieler haben daher ihren Weg von Salzburg nach Leipzig gefunden und bei dem sächsischen Club ihre Klasse bewiesen. Naby Keïta konnte dies sogar als Sprungbrett zu einem der ganz großen Clubs nutzen.

Fazit

Anhand dieser vielen Punkte sieht man also, dass die von Red Bull zur Verfügung gestellten Finanzmittel für den Erfolg Leipzigs zweifellos von sehr großer Bedeutung waren, jedoch wäre der Erfolg ohne all die anderen genannten Punkte, die für viele andere Clubs nicht oder nur teilweise zutreffen, nicht möglich gewesen. Es ist daher nicht gerechtfertigt, Leipzig aufgrund der besonderen Finanzsituation pauschal zu verurteilen.

 

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