Blackjack in Leipzig: Wie und wo wird es gespielt?

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(Quelle: unsplash.com)

Blackjack in Leipzig: Wie und wo wird es gespielt?

Blackjack besitzt neben Roulette und Bakkarat einen festen Platz unter den klassischen Casinospielen, und kann dabei auf eine lange Geschichte zurückblicken. Beliebt ist das Kartenspiel vor allem, weil die Regeln simpel und leicht zu erlernen sind. Daneben wird jedoch bereits seit über einem halben Jahrhundert geforscht und diskutiert, ob sich das Spiel mittels schlauer Wahrscheinlichkeitsberechnungen eher für sich entscheiden lässt als durch Glück allein. Dabei rief es schon in den 50er und 60er Jahren zahlreiche Wissenschaftler auf den Plan, die diese Theorie mittels früher elektronischer Methoden erforschten. Wer im Raum Leipzig dem faszinierenden Spiel nachgehen will, hat etliche Gelegenheiten in Casinos, online und im privaten Bereich.

Blackjack an sich wird bereits seit dem 17. Jahrhundert gespielt, damals in einer frühen Version unter dem Namen „vingt et un“ in Frankreich und seit dem 19. Jahrhundert in den USA als „twenty and one“ in seiner heutigen Form. In deutschen Casinos etablierte sich das Spiel erst in den 70er Jahren, während man in Amerika zum Zeitpunkt bereits tief in die Erforschung mathematischer Wahrscheinlichkeitsberechnungen vorgedrungen war.

Die Blackjack Regeln sind im Grunde sehr simpel: Ziel ist es, einen Blackjack zu landen – also exakt den Zahlenwert von 21, oder zumindest so nah wie möglich daran zu kommen. Gespielt wird mit 52 Karten, wobei Bube, Dame und König den Wert 10 besitzen, ein Ass kann als 1 oder 11 gezählt werden. Man spielt alleine oder mit anderen Spielern gegen die Bank. Jeder Player, wie auch der Dealer, bekommen zunächst zwei Karten ausgeteilt, die Spieler erhalten sie beide offen, der Dealer bekommt eine offene und eine verdeckte Karte. Die Spieler entscheiden dann, ob sie „Halten“ oder „Ziehen“ wollen. „Halten“ sie die aktuellen Karten, zieht nur der Dealer weiter, „ziehen“ sie eine oder mehrere Karten, erhöhen die ihre Chancen näher an die 21 zu kommen, riskieren aber auch darüber hinaus zu schießen und die Runde zu verlieren. Zu weiteren Regeln gehören unter anderem das Verdoppeln des Einsatzes (double down), das Teilen der Hand (Split) und gleichzeitige Erhöhen des Einsatzes, wie auch das Versichern (Insurance), wenn der Dealer ein Ass aufgedeckt hat.  Dabei handelt es sich um eine Nebenwette, bei dem sich der Spieler gegen ein Blackjack der Bank versichert, dabei einen neuen Wetteinsatz abgibt (in maximaler Höhe von 50 Prozent ursprünglichen Einsatzes). Ausgezahlt wird im Fall eines Blackjack des Dealers im Verhältnis 2:1 – der „versicherte“ Spieler gewinnt das doppelte seines Einsatzes.

Wie bei allen Glücksspielen, fragte man sich natürlich auch bei Blackjack – mittlerweile weltweit das beliebteste Casino-Spiel – ob es sich mit Strategie und Berechnen gewinnen lassen kann, und wie sich die Bank womöglich überlisten lässt. Edward O. Thorpe, ein amerikanischer Mathematikprofessor und begeisterter Blackjack-Spieler ging dieser Frage als einer der ersten Forscher auf den Grund und entwickelte in den 60er Jahren ein Kartenzählsystem, das auf Wahrscheinlichkeitsberechnung beruhte. Je nachdem, welche Karten bereits abgelegt waren, vermutete er die Chancen auf „gute“ und „schlechte“ Karten im verbleibenden Stapel berechnen zu können. Während das Zählen der gesamt 34 Millionen möglichen Kartenvarianten im Kopf Jahre in Anspruch nehmen würde, gelang es Thorpe mittels eines Elektronenrechners binnen vier Stunden die Resultate zu erstellen. Allerdings dauerte es Monate, bis Thorpe die Ergebnisse ausgewertet und eine Strategie daraus erstellt hatte. „Thorpe’s Blackjack Strategie“ wurde von seinem Boss, dem Chef der mathematischen Abteilung an der Universität von New Mexico als „größte Leistung auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitsrechnung“ seit dem 16. Jahrhundert gerühmt. Nach diversen grandiosen Casinogewinnen entschloss er sich jedoch dieses Wissen nicht für sich zu behalten, sondern veröffentlichte es in seinem Buch „Beat the Dealer.“

Seitdem haben sich viele ambitionierte Spieler am Prinzip des Kartenzählens versucht – unter anderem eine Gruppe Studenten, die sich zwischen 1979 und 1993 als MIT Blackjack Team einen Namen machte. Die Gruppe vom Massachusetts Institute of Technology machte sich 1980 daran mit einem Starguthaben von 89.000 US-Dollar, mitfinanziert durch private Sponsoren, die Banken des Vegas-Casinos durch schlaues Berechnen zu schlagen – und verdoppelte ihren anfänglichen Einsatz binnen zehn Wochen. Die ursprünglichen Mitglieder des Teams wurden jedoch bereits 1984 aus sämtlichen Spielhallen verbannt, während die inzwischen auf über 70 Spieler gewachsene Gruppe ihren Siegeszug bis Ende der 80er Jahre forstsetzte.

Wer mit Kartenzählen gewinnen will, muss vor allem ein gutes Gedächtnis besitzen und im Kopf rechnen können. Allen abgelegten Karten werde dabei nämlich Werte zugesprochen, die zusammengezählt Aufschluss darüber geben, welche Karten noch im Stapel verlieben sind und ob diese eben höheren oder niedrigeren Wert besitzen. Etwas leichter mag dies für die Spieler sein, die Blackjack in Online-Casinos oder Live-Streams spielen, entweder über den Computerbrowser oder eine mobile App, und während des Spiels dabei Notizen machen oder ein elektronisches Tool nutzen können.

Wer live in einer Spielbank zocken möchte, mag es entspannender finden weiterhin auf Glück zu setzen. In Leipzig und Umgebung gibt es zahlreiche Gelegenheiten zum Blackjack-Spielen. Die Merkur Spielbank Leuna-Günthershof beispielsweise besitzt neben Roulette und Texas Hold’em Poker auch einen Blackjack-Tisch. Die Spielbank Leipzig besitzt zwar keinen klassischen Spieltisch, jedoch einige moderne Blackjack-Automaten. Die King Spielhalle im Sachsenpark ist eine gute Anlaufstelle für Anfänger, da hier oftmals Blackjack-Workshops abgehalten werden. Wer sich ein besonders elegantes Ambiente wünscht, kann jedoch auch einen Ausflug nach Tschechien unternehmen: das Franzensbad Casino gilt als eines der schönsten Europas.

Auch privat kann natürlich mit Bekannten daheim Blackjack gespielt werden, sei es um Geld oder einfach zum Vergnügen. Und wer ganz gemütlich von der Couch aus zocken möchte, kann dies seit Inkrafttreten des neuen Glückspielstaatsvertrags auch ganz legal im Internet tun, natürlich bestenfalls über einen seriösen und lizenzierten Anbieter.